Instagram
Youtube
facebook

Follow me on my daily life

Frankfurter Festhallen Turnier 2017 – Mit den Topstars hinter den Kulissen

Auch dieses Jahr hieß es für uns in der Vorweihnachtszeit ab nach Frankfurt auf das traditionelle Festhallen Turnier. Vier Tage internationalen Spitzensport in den Disziplinen Dressur und Springen begeisterten auch dieses Jahr viele Besucher aus ganz Deutschland.

Am Samstag morgen machten Mareike und ich uns in aller Früh auf den Weg in die berüchtigten Hallen, um noch vor der offiziellen Öffnungszeit den großen Stars beim trainieren zu zuschauen und einige Impressionen festhalten zu können. Vor der ersten Prüfung von 07:15 bis 08:45 Uhr durften alle Dressurreiter, mitunter Jessica von Bredow-Werndl und Ingrid Klimke, in der großen Arena trainieren und die Pferde an die beeindruckende Kulisse gewöhnen.

Training

In der großen Arena mit abgestecktem Dressurviereck trainierten die Teilnehmer der Dressurprüfungen ihre Pferde. Auf den Abreite- und Trainingsplätzen großer Turniere finde ich es immer wieder faszinierend mit welch einer Ruhe und Ordnung abgeritten und die Lektionen geübt werden. Nicht selten kommen 20 Reiter auf einem Platz mit den Maßen 20×60 zusammen und jeder findet seinen Weg durch die Masse. Oft denke ich mir nur: zuhause sind wir oftmals mit 5 Reitern, die gleichzeitig in der Halle trainieren überfordert, da sollten wir uns alle eine Scheibe von den Profis abschneiden.

Nachdem wir unsere Plätze auf der Tribühne einnahmen, entdeckten wir auch schon Jessi mit Dalera und Ingrid mit Franziskus auf dem Platz und beobachteten die Beiden mit voller Begeisterung.

Zwei absolute Vorbilderinnen, die den Ehrgeiz auf Bestleistungen und die Liebe zu ihren Pferden mit einander kombinieren und so ganz vorne im Spitzensport liegen. Ich bin fest davon überzeugt, dass hier der Schlüssel zum Erfolg liegt. Das Pferd als Partner zu sehen, die Motivation aufrecht zu erhalten, mit Leidenschaft und der gewissen Portion Intuition das Beste aus den Bedingungen und Behandlungen für ihre Pferde, ihre Sportpartner, herauszuholen. Auch im Umgang und privat ohne Pferde sind Jessi und Ingrid vollkommen auf dem Boden geblieben. Dankbarkeit gegenüber den Pferden, des Teams und den wertvollen Momenten des Beinanderseins wird großgeschrieben und ist auch für Außenstehende absolut spürbar.

Seit dem ersten Kontakt mit Ingrid 2016 nach dem Frankfurter Festhallen Turnier, aufgrund dieses Blogpost’s, haben sich unglaublich tolle Möglichkeiten ergeben, wofür ich mehr als dankbar bin. Auch dieses Mal in Frankfurt durften wir nach dem Training mit Ingrid einen Einblick in das alltägliche Turniergeschehen wagen. Schon als wir uns in der großen Arena begrüßten, haben sie mitbekommen wie fasziniert wir auch Jessi in der Arbeit mit ihren Pferden beobachten und sofort, ohne zu zögern, kam der Vorschlag uns Jessi später in den Stallungen vorzustellen. So sehr wir uns freuten und aufgeregt wie wir waren, begleiteten wir Ingrid Backstage Richtung Stallungen. Strahlend und herzlich wurden wir Jessi, ihrem Team und ihrer Familie vorgestellt und ein total befreiendes und inspirierendes Gespräch nahm seinen Lauf.

Direkt nach den Trainingszeiten am Samstagmorgen, hatte Jessi nicht viel Zeit bis zu ihrer nächsten Prüfung: einem Grand Prix Special mit ihrer Stute Zaire. Zum Start war es nicht mehr lange, doch Jessi sowie ihr ganzes Umfeld blieb unwahrscheinlich ruhig und die Atmosphäre war total positiv, mit voller Freude und Dankbarkeit hinblickend auf den bevorstehenden Ritt. Zaire wurde von ihrer Mama noch einmal energetisch Begutachtet und auffällige Verspannungen in den Muskelsträngen gelöst. Ein besonderes Ritual, welches die Pferde von Jessi vor jeder Prüfung haben, brachte uns alle etwas zum schmunzeln. Sobald die Pferde eingenäht, gesattelt und fertig in der Box stehen, lässt Jessi ihnen immer einige Minuten Zeit, in denen sie meist noch ihr kleines Geschäft machen. Das verrät uns welch ein eingespieltes Team Jessi mit ihren Pferden ist und jeder sich auf seine eigene Art und Weiße auf den besonderen Moment auf der ‚Bühne‘ vorbereitet.

Die Prüfung selber beobachteten wir aus den oberen Rängen der Festhalle. Mit besten Blick auf das Viereck fieberten und jubelten wir dem Paar zu.

Louisdor Preis

Am Tag darauf starteten Ingrid sowie Jessi mit ihren Pferden Dalera, Geraldine und Franziskus im Louisdor Preis, ein Nachwuchspferde Grand Prix für 8 – 10 jährige Pferde.

„Der Nachwuchspferde Grand Prix ist für die Stiftung eine sinnvolle Ergänzung zu dem Piaff-Förderpreis, der den unter 25-jährigen Reiterinnen und Reitern den Einstieg in den Grand Prix erleichtert. Jetzt erleichtert der Louisdor-Preis dies den jungen Pferden.“ *

Die Erleichterung besteht darin, zwar Lektionen aus der schwersten Klasse miteinzubeziehen, sie aber wie bei der Piaffe mit etwas vorwärts Tendenz zuzulassen und bspw. eine geringere Anzahl an Serienwechsel in der Prüfung abzuverlangen.

Über das ganze Jahr verteilt, haben die Reiter an sieben verschiedenen Stationen die Möglichkeit sich für das Finale in Frankfurt zu qualifizieren. Jessi hat sich die Qualifikation zum diesjährigen Finale an der letzten Station in Oldenburg geholt. Nach ihrer Schwangerschaft und der Babypause ein fantastisches Comeback. Ingrid hat sich den Platz für das Finale bereits an den ersten Beiden Stationen in Hagen mit Geraldine und in Wiesbaden mit Franziskus erritten.

Die Prüfung war ein wahres Bangen und mitfiebern für alle Starter und Beteiligten. Eine emotionale Reise mit Freude, Tränen und Gänsehautmomenten begann. Ingrids erster Ritt mit Franziskus war sehr aufregend. Der Hannoveraner Hengst war an und machte im Viereck nicht nur einmal auf sich aufmerksam. Ingrid hat ihn dennoch mit ihren feinen Hilfen unwahrscheinlich gut durch die Prüfung geritten und erzielte mit über 73% den dritten Platz.

Einen Gänsehautmoment schenkte uns Jessi als sie mit Dalera in die Arena ritt. Dass Jessi in Bestform ist, wussten wir bereits aus den vergangenen Tagen in der Festhalle, als sie alle drei Prüfungen für sich gewann. Doch auf dieses Finale freuten wir uns alle und das Publikum war Feuer und Flamme. Auch die Richter sahen die Perfektion und vor allem Harmonie des Paares und vergaben Höchstnoten, drei mal sogar eine glatte 10,0. Verdient konnte Jessi mit knapp 77% (76,9%) den Louisdor Preis für sich entscheiden.

Emotional wurde es während dem Ritt mit Ingrid auf Geraldine. Noch beim Abreiten zeigten sich die beiden in Bestform und gingen voller Freude und Elan in das Finale. Schon in den ersten Runden machte sich ein unreines Taktgefühl unter dem Sattel von Ingrid auf. Mit fragenden Blicken zu den Richtern und zu ihrem Trainer hoffte Ingrid auf einen Hinweis was nicht stimmte. Doch direkt nach der ersten Trabverstärkung hob Ingrid die Hand, um die Prüfung mit Geraldine abzubrechen. Nach dem harten Weg zum Finale waren verständlich alle geschockt und traurig über die Tatsache, doch auch unsere Pferde sind nur Lebewesen, die mal einen guten und auch schlechte Tage haben. Wir wünschen dir liebe Ingrid und vor allem Geraldine alles Gute.

Vielen Dank an Ingrid und Jessi für euere Offenheit uns an euerem Tag teilhaben zu lassen :-))

*Nachwuchspferde Grand Prix (FN)

 



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.